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Kinder & Familie

In den vergangenen Jahrzehnten liess sich ein Trend weg vom Familienglück hin zur Karriere feststellen. Nun jedoch, seit beginn des neuen Jahrtausends, scheint in der Schweizer Bevölkerung ein Umdenken stattzufinden. Die Familie und Kinder werden wieder wichtiger, Geld und Karriere nehmen in ihrer Priorität ab. So konnte die Schweizerische Eidgenossenschaft in einer Studie feststellen, dass die Geburtenrate langsam wieder zu steigen beginnt. Es mag zwar noch ein langsamer Prozess sein, doch im Jahr 2014 lag die Geburtenziffer der Kinder pro Frau bereits 0.2 Punkte höher als noch im Vorjahr.

Zuversicht lässt Geburtenrate steigen

Die aktuelle Zunahme der Geburtenrate in der Schweiz liegt vor allem an der neuentdeckten Zuversicht der jüngeren Generation. Schweizer bis 34 Jahre blicken wieder positiver in die Zukunft und schätzen sich auf der Wohlstandskala sehr hoch ein – aktuell sowie in Zukunft. Wichtig ist den Schweizern dabei wohl nicht einmal der finanzielle Wohlstand, sondern Gesundheit, gute Freunde und Familienglück stehen auf der Liste ganz oben. Der Schweizer Wohlstandsindex fand zudem heraus, dass die Menschen glücklicher sind, je mehr in einem Haushalt zusammenleben. Sie fühlen sich ausgeglichener, erfüllter und gesünder. Nur 42 Prozent der Alleinlebenden hingegen würden sich selbst als glücklich beschreiben. Die Schweizer legen also vermehrt Wert auf Nestwärme und soziale Nähe.

Die Jugend setzt auf Tradition

Besonders auffallend ist das Umdenken bei der eidgenössischen Jugendbefragung. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nimmt zu. Die Schweizer Jugend ist zuversichtlicher, dass sie einen passenden Beruf und finanziellen Wohlstand erlangen wird. Das Hauptaugenmerk liegt stattdessen auf den sozialen Kontakten. Gute Freunde und eine eigene Familie stehen auf der Prioritätenliste mittlerweile höher als der Job. Der Wunsch nach einer traditionellen Ehe und eigenen Kindern nimmt wieder merklich zu. Es ist daher zu erwarten, dass auch die Geburtenrate in den kommenden Jahren ein stetiges Wachstum verzeichnen wird.

Kinder sind in der Schweiz ein teurer “Luxus”

Allerdings ist den Schweizern durchaus bewusst, dass ein Kind je nach Lebenssituation sehr teuer werden kann. Vor allem dann, wenn Familie und Beruf nicht optimal miteinander in Einklang gebracht werden können und so die teure Betreuung notwendig ist. Während vor allem Kleidung und Spielsachen immer häufiger Second Hand gekauft werden, zum Beispiel über gratis Inserate und Kleinanzeigen im Internet oder auf Babyflohmärkten, schlagen alleine die Windeln und Nahrung für Babies und Kleinkinder kräftig zu Buche. Auf 300 bis 400 Franken werden die monatlichen Ausgaben pro Kleinkind geschätzt, hinzu kommen Versicherungs- und Gesundheitskosten. Im Kindes- und Jugendalter kommen dann Hobbies und Klassenfahrten hinzu. Auf rund 819 Franken im Monat werden die Ausgaben für ein Kind bis 20 Jahre deshalb geschätzt. Sie nehmen allerdings mit der Anzahl der Kinder etwas ab. Zudem können viele Eltern beziehungsweise Mütter mit dem steigenden Alter der Kinder wieder vermehrt in den Beruf einsteigen. So sinken die Einkommenseinbussen proportional zum Kindesalter. Die hohen finanziellen Ausgaben jedoch, schreckten viele Schweizer lange Zeit von der Familiengründung ab. Nun denkt die Jugend um: Kinder bringen Erfüllung ins Leben, Glück und psychische wie physische Gesundheit, da sind sich die jungen Schweizer einig. Kinder sind der jungen Generation das Geld wieder wert und auch der Staat sowie die Unternehmen freuen sich auf mehr Nachwuchs